Arbeit und Leben Bremen e.V.







gefördert durch:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales

ESF - Europäischer Sozialfonds für Deutschland
Europäische Union



Werkschulen

Theoretisches Lernen und praktisches Arbeiten

Nach dreijähriger Pilotphase ist die in Bremen neu eingeführte Werkschule seit Schuljahresbeginn 2012/13 in den Regelbetrieb übergegangen. Der dreijährige Bildungsgang richtet sich an schulpflichtige Schüler/-innen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie die Schule ohne Abschluss verlassen könnten.

 

Zentral ist also der Präventionsgedanke: Die Jugendlichen sollen ‚abgeholt‘ und gezielt unterstützt werden, bevor sie als sogenannte Schul- oder Leistungsverweigerer/-innen endgültig ins Abseits geraten. Entsprechend brauchen die Schüler/-innen insbesondere im ersten Jahr viel Zeit. Nicht nur, um neues Interesse am Lernen zu gewinnen, sondern auch, um sich persönlich und sozial zu stabilisieren. Kern des Werkschulkonzepts ist die Verbindung von theoretischem Lernen und praktischem Arbeiten.

 

Jede Werkschule hat sich daher auf die Erbringung bestimmter Dienstleistungen oder die Produktion einzelner Produkte spezialisiert, welche intern – zum Beispiel an die Schulkantine – oder extern an ausgewählte Kunden/-innen verkauft werden. Hinzu kommen regelmäßige Praktika und sozialpädagogische Angebote wie alltagsweltliche Hilfestellungen oder freizeitpädagogische Aktivitäten. Daher sind an den Werkschulen neben Lehrer/-innen auch Sozialpädagogen/-innen und Lehrmeister/-innen tätig.

 

Bislang besuchen in Bremen 250 Schüler/-innen eine der zehn Werkschulstandorte, die jeweils an berufsbildende Schulen angegliedert sind. COMMPASS kooperiert mit zwei von ihnen – den Schulzentren Neustadt (Delmestraße) und Blumenthal (Eggestedter Straße). Beide haben sich auf personenbezogene Dienstleistungen spezialisiert, unter anderem auf die Zubereitung von Speisen sowie Service und Verkauf.

Werkschule in Stichworten

Abschlüsse

Die Erweiterte Berufsbildungsreife (entspricht dem Erweiterten Hauptschulabschluss) wird am Ende der 11. Klasse vergeben. Sie ist Grundlage für viele Ausbildungsberufe in der Dualen Ausbildung (betriebliche Ausbildung ergänzt um den Besuch der Berufsschule) oder für den Besuch von Berufsfachschulen (vollzeitschulische Bildungsgänge in den Berufsbildenden Schulen). Mit einem bestimmten Notenbild kann am Ende der Jahrgangsstufe 10 die Einfache Berufsbildungsreife erlangt werden.

 

Unterrichtsgrundsätze

Es geht im Rahmen des Unterrichts insbesondere um Erwerb, Festigung und Verbesserung der Grundfertigkeiten, Sicherung der Berufswahlkompetenz, Erwerb sozialer Kompetenzen und psychischer Stabilität sowie Erlangung der Ausbildungsfähigkeit. Der Bildungsgang Werkschule zeichnet sich unter anderem durch die weitgehende Aufhebung der Trennung

von Theorie und Praxis aus. Der Unterricht ist projektorientiert, die Projekte sind produktorientiert. Die Werkschule produziert für den Verkauf und bietet Dienstleistungen für

einen begrenzten Markt unter (annähernd) realen betrieblichen Bedingungen an. Jede Werkschule stellt im Verlauf des Bildungsgangs schuleigene Zertifikate für die Kompetenzen

aus, die Schülerinnen und Schüler erworben haben. Sozialpädagogische Betreuung (Konfliktbewältigung, freizeitpädagogische Angebote, Erlebnispädagogik) gehört zur Werkschule dazu.

 

Klassengrößen

In der Werkschule lernen nicht mehr als 16 Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einer Klasse.

 

Aufnahmeverfahren und Probezeit

Der Antrag auf Aufnahme ist von der Schülerin oder dem Schüler beim Werkschulstandort ihrer oder seiner Wahl bis Ende Mai eines jeden Jahres einzureichen. Bei der Bewerbung kann ein anderer Werkschulstandort als Zweitwunsch angegeben werden.

 

Der Besuch der Werkschule beginnt für jede Schülerin und jeden Schüler mit einer Probezeit. Sie dauert vom Schuljahresbeginn bis zu den Herbstferien eines jeden Schuljahres. Für Schülerinnen und Schüler, die später als zu Schuljahresbeginn aufgenommen werden, beträgt die Probezeit zwei Monate. In der Probezeit bleibt sie oder er Schülerin oder Schüler der bisher besuchten Schule.

 

Die Probezeit ist bestanden, wenn das Verhalten einer Schülerin oder eines Schülers erwarten lässt, dass sie oder er den Bildungsgang erfolgreich absolvieren wird. Im Falle des Nichtbestehens der Probezeit hat die Kommission schriftlich zu begründen, welches Verhalten der Schülerin oder des Schülers zum Nichtbestehen geführt hat.

 

Weitere Informationen zu den Werkschulen in Bremen auf der Website der Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit. 

Weitere Informationen zum Übergangssystem sind unter Materialien hinterlegt.









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